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Berlin, 23. August 2002

Philippinen
Journalist gezielt erschossen

Reporter ohne Grenzen fordert in einem Brief an den philippinischen Innenminister José D. Lina, den Mord an dem Journalisten Sonny Alcantara unverzüglich aufzuklären und die Täter zu bestrafen. Der Fernsehmoderator und Zeitschriftenredakteur wurde gestern in San Pablo City (80 Kilometer südlich von Manila) vor seinem Haus erschossen.

"Die Widersacher der Pressefreiheit profitieren von der Straflosigkeit, die in bestimmten Regionen auf den Philippinen herrscht. Gewalt betrachten sie offensichtlich als legitimes Mittel, um gegen Journalisten vorzugehen, die ihre Verbrechen und korrupten Machenschaften anprangern ", erklärte Robert Ménard, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, in Paris.

Nach Informationen eines lokalen Journalisten, sprach ein Unbekannter Alcantara auf der Straße an, als er am Vormittag des 22. August sein Haus verließ. Der Mann zog eine Pistole und schoss dem Journalisten aus kürzester Entfernung in den Kopf. Alcantara starb auf der Stelle. Der Täter konnte entkommen.

Das Attentat haben mehrere Personen gesehen, sie verweigern jedoch die Aussage aus Angst vor Repressalien. Nach Informationen seiner Frau erhielt Alcantara in den Wochen zuvor Drohungen per Telefon und Brief. Als Chefredakteur der zweimonatlich erscheinenden Zeitschrift Kokus und Moderator einer Sendung des privaten Kabelfernsehsenders Celestron Cable veröffentlichte Alcantara regelmäßig kritische Berichte über die lokale politische Opposition.

Seit Anfang 2002 wurden bereits eine Journalistin und ein Journalist auf den Philippinen ermordet. Obwohl es in beiden Fällen genügend Beweise dafür gibt, dass Angehörige des Militärs und der Polizei in die Morde an Benjaline "Beng " Hernandez und Edgar Damalario verwickelt waren, wird nicht weiter ermittelt.

Für weitere Informationen: Tel. (030) 615 85 85
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